Balkonkraftwerk 2026: Regeln, Leistung, Anmeldung und Ertrag
Ein Balkonkraftwerk ist ein steckerfertiges Solargerät mit höchstens 800 Voltampere Wechselrichterleistung und bis zu 2.000 Watt Modulleistung. Seit dem Solarpaket I genügt die Registrierung im Marktstammdatenregister. Zwei Module am Balkon liefern rund 560 bis 840 kWh Strom pro Jahr.
Ein Balkonkraftwerk speist über einen Wechselrichter mit höchstens 800 VA direkt in den Hausstromkreis ein. Die Norm DIN VDE V 0126-95 erlaubt seit dem 01.12.2025 den Schukostecker bis 960 Watt Modulleistung und die Energiesteckvorrichtung bis 2.000 Watt. Angemeldet wird nur im Marktstammdatenregister, eine Meldung beim Netzbetreiber entfällt. Mieter und Wohnungseigentümer haben seit Oktober 2024 einen Anspruch auf Zustimmung. Laut eigener Auswertung des Marktstammdatenregisters sind in Deutschland 1.516.018 Balkonkraftwerke in Betrieb, das sind 18,1 je 1.000 Einwohner.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage, die per Stecker an einen Endstromkreis der Wohnung angeschlossen wird. Das Gesetz nennt das Gerät Steckersolargerät. Es besteht aus 1 bis 4 Solarmodulen, einem Mikrowechselrichter, einer Halterung und einer Anschlussleitung.
Die Solarmodule wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um. Der Mikrowechselrichter formt diesen Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom mit 230 Volt um und begrenzt die Einspeiseleistung auf 800 Voltampere. Die Anschlussleitung verbindet den Wechselrichter mit einer Steckdose oder einer fest installierten Energiesteckvorrichtung.
Der erzeugte Strom fließt zuerst zu den Geräten, die in diesem Moment im Haushalt laufen. Dazu gehören Kühlschrank, Router, Standby-Geräte und Waschmaschine. Nur der Überschuss fließt über den Stromzähler ins öffentliche Netz. Ein Balkonkraftwerk senkt damit vor allem die Grundlast, die ein Haushalt tagsüber aus dem Netz bezieht.
Ein Balkonkraftwerk unterscheidet sich von einer Dachanlage in drei Punkten: Es braucht keinen Elektrofachbetrieb für den Anschluss, keine Anmeldung beim Netzbetreiber und keinen eigenen Einspeisezähler. Die Leistung liegt dafür bei rund einem Zehntel einer typischen Einfamilienhaus-Anlage.
Welche Regeln gelten 2026 für Balkonkraftwerke?
Für Balkonkraftwerke gelten 2026 zwei Regelwerke: § 8 Abs. 5a EEG mit 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung sowie die Produktnorm DIN VDE V 0126-95. Die Norm gilt seit dem 01.12.2025 und erlaubt erstmals ausdrücklich den Schukostecker.
Das Solarpaket I hat die gesetzlichen Grenzen am 16.05.2024 angehoben. Die Grenze für die Wechselrichterleistung stieg von 600 auf 800 Voltampere. Zusätzlich legte der Gesetzgeber eine Obergrenze von 2 Kilowatt für die installierte Modulleistung fest. Die Norm DIN VDE V 0126-95 ist die erste verbindliche technische Regel speziell für Steckersolargeräte. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen (Pressemitteilung vom 29.01.2026) gelten folgende Vorgaben:
| Vorgabe | Grenzwert oder Regel | Grundlage |
|---|---|---|
| Wechselrichterleistung | höchstens 800 VA | § 8 Abs. 5a EEG, DIN VDE V 0126-95 |
| Modulleistung mit Schukostecker | höchstens 960 Watt | DIN VDE V 0126-95 |
| Modulleistung mit Energiesteckvorrichtung | höchstens 2.000 Watt | § 8 Abs. 5a EEG, DIN VDE V 0126-95 |
| Anzahl je Haushalt | ein Steckersolargerät | DIN VDE V 0126-95 |
| Anschlussleitung | mindestens 5 Meter, keine Mehrfachsteckdose | DIN VDE V 0126-95 |
| Halterung | ausgelegt auf Wind- und Schneelast des Standorts | DIN VDE V 0126-95 |
| Anmeldung | nur Marktstammdatenregister | Solarpaket I, seit 16.05.2024 |
Der Schukostecker ist nach der Norm zulässig, wenn der Stecker berührungsgeschützt ist, einen Trennschalter hat oder der Wechselrichter entsprechende Schutzfunktionen besitzt. Die Energiesteckvorrichtung, oft nach dem Hersteller Wieland benannt, ist eine fest installierte Spezialsteckdose. Sie wird von einer Elektrofachkraft gesetzt und erlaubt die höhere Modulleistung von bis zu 2.000 Watt.
Die Regel „ein Gerät pro Haushalt“ bedeutet: Zwei Balkonkraftwerke an zwei Steckdosen derselben Wohnung sind nicht zulässig. Wer mehr Leistung will, braucht eine reguläre Photovoltaikanlage mit Anmeldung beim Netzbetreiber.
Dieser Artikel fasst die Rechtslage nach § 8 Abs. 5a EEG, DIN VDE V 0126-95, § 554 BGB und § 20 WEG mit Stand Oktober 2026 zusammen. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Einzelfragen zu Mietvertrag, Eigentümergemeinschaft, Hausinstallation oder Steuern klären Sie mit Vermieter, Verwaltung, einer Elektrofachkraft oder einer Steuerberatung.
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Wie melden Sie ein Balkonkraftwerk an?
Ein Balkonkraftwerk melden Sie ausschließlich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an, innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit dem Solarpaket I vom 16.05.2024 nicht mehr nötig. Den Zählertausch veranlasst der Messstellenbetreiber.
Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das amtliche Register aller Stromerzeugungsanlagen in Deutschland. Die Bundesnetzagentur betreibt es online. Für Steckersolargeräte gibt es ein vereinfachtes Formular. Laut Verbraucherzentrale (Stand 24.07.2026) braucht die Registrierung diese Angaben:
- Modulleistung in Watt
- Wechselrichterleistung in Voltampere
- Standort mit Adresse
- Datum der Inbetriebnahme
- Zählernummer des Stromzählers
- Speicherkapazität, falls ein Batteriespeicher angeschlossen ist
Der Netzbetreiber erhält die Daten aus dem Register automatisch. Hat der Haushalt noch einen alten Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre, darf das Balkonkraftwerk übergangsweise trotzdem in Betrieb gehen. Der Messstellenbetreiber tauscht den Zähler dann gegen einen digitalen Zähler. Moderne elektronische Zähler erfassen laut Verbraucherzentrale Bezug und Einspeisung bereits richtig.
Fristen und Folgen einer verspäteten Meldung erklärt der Beitrag Marktstammdatenregister für PV-Anlagen: Pflicht und Frist.
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk und was spart es?
Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Modulleistung erzeugt je nach Montage und Region rund 560 bis 840 kWh pro Jahr. Bei 37,0 ct/kWh laut BDEW und rund 71 % Eigenverbrauch spart ein Haushalt damit etwa 148 bis 222 Euro pro Jahr.
Der Ertrag hängt von drei Größen ab: Modulleistung, Ausrichtung und Neigung. Die Verbraucherzentrale (Stand 24.07.2026) beziffert den Ertrag eines senkrecht montierten 400-Watt-Moduls an einem unverschatteten Südbalkon auf rund 280 kWh pro Jahr. Davon ersetzt der Haushalt rund 200 kWh Netzstrom. Das entspricht einem Eigenverbrauchsanteil von rund 71 %.
Eigene Beispielrechnung: 800 Watt Modulleistung
Die Tabelle rechnet zwei Module mit zusammen 800 Watt. Für senkrechte Montage gilt der Verbraucherzentrale-Wert von 700 kWh je kWp. Für geneigte Südmontage gelten die Richtwerte von photovoltaikfirma-finden.de: 900 kWh je kWp im Norden, 950 in der Mitte und 1.050 im Süden Deutschlands. Der Eigenverbrauch ist mit 71 % angesetzt, der Strompreis mit 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse vom 21.08.2026).
| Montage und Region | Ertrag pro Jahr | Selbst genutzt (71 %) | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Senkrecht am Südgeländer | 560 kWh | 400 kWh | 148 € |
| Geneigt nach Süden, Norddeutschland | 720 kWh | 514 kWh | 190 € |
| Geneigt nach Süden, Mitte | 760 kWh | 543 kWh | 201 € |
| Geneigt nach Süden, Süddeutschland | 840 kWh | 600 kWh | 222 € |
Ein Set aus zwei Standardmodulen kostet laut Verbraucherzentrale (Stand 24.07.2026) 200 bis 300 Euro, die Halterung zusätzlich 50 bis 100 Euro je Modul. Daraus ergibt sich eine Investition von rund 300 bis 500 Euro. Bei 148 bis 222 Euro Ersparnis pro Jahr amortisiert sich das Gerät nach dieser Rechnung in rund 1,5 bis 3,5 Jahren. Die Verbraucherzentrale nennt mit einem älteren Strompreis von 30 ct/kWh 3 bis 5 Jahre.
Der Überschuss fließt in der Regel ohne Vergütung ins Netz. Für Kauf und Lieferung gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz, weil Balkonkraftwerke als Photovoltaikanlagen an Wohngebäuden gelten.
Die Ersparnis hängt stärker vom Tagesverbrauch ab als von der Modulleistung. Ein Haushalt mit 100 Watt Grundlast nutzt an einem Sommertag nur rund 1,2 kWh direkt, wenn die Sonne 12 Stunden scheint. Zwei Module erzeugen an diesem Tag 4 bis 5 kWh. Wer Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner in die Mittagsstunden legt, hebt den Eigenverbrauch deutlich. Zusätzliche Module bis 960 oder 2.000 Watt bringen vor allem morgens, abends und im Winter mehr, weil der Wechselrichter mittags ohnehin bei 800 VA begrenzt.
Für einen individuellen Vergleich mit einer Dachanlage eignet sich der PV-Rechner von photovoltaikfirma-finden.de.
Dürfen Mieter und Wohnungseigentümer ein Balkonkraftwerk installieren?
Mieter und Wohnungseigentümer dürfen ein Balkonkraftwerk installieren, brauchen aber die Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft. Seit dem 17.10.2024 gilt das Steckersolargerät nach § 554 BGB und § 20 WEG als privilegierte Maßnahme. Die Zustimmung lässt sich nur noch aus triftigen Gründen verweigern.
Eine privilegierte bauliche Veränderung ist eine Maßnahme, auf die Mieter oder Eigentümer einen gesetzlichen Anspruch haben. Vor Oktober 2024 konnten Vermieter und Eigentümergemeinschaften ein Balkonkraftwerk ohne nähere Begründung ablehnen. Heute dürfen sie über das „Wie“ mitentscheiden, also über Montageort, Halterung und optische Gestaltung, aber nicht mehr grundsätzlich über das „Ob“.
Für Mieter bleiben drei Pflichten: die Zustimmung vor der Montage einholen, eine sichere Befestigung nachweisen und das Gerät beim Auszug wieder abbauen. Wie Sie dabei vorgehen und welche Unterlagen der Vermieter erwartet, zeigt der Beitrag Balkonkraftwerk in der Mietwohnung: Regeln, Zustimmung, Anmeldung und Sicherheit.
Wie wird ein Balkonkraftwerk sicher befestigt und versichert?
Ein Balkonkraftwerk wird mit einer Halterung befestigt, die nach DIN VDE V 0126-95 für die Wind- und Schneelast des Standorts ausgelegt ist. Schäden am Gerät und Schäden durch herabfallende Module decken Hausrat- oder Haftpflichtversicherung nur ab, wenn die Police Steckersolargeräte einschließt.
Für Balkonkraftwerke gibt es 4 übliche Montageorte: Balkongeländer, Hauswand, Flachdach oder Garage und Gartenaufständerung. Am Geländer hängen die Module meist senkrecht, was den Ertrag laut Verbraucherzentrale auf rund 700 kWh je kWp begrenzt. Eine Aufständerung mit 20 bis 35 Grad Neigung auf Flachdach oder im Garten liefert mehr Ertrag. In oberen Stockwerken und an windexponierten Fassaden steigt die Windlast, deshalb gehören dort geprüfte Halterungen und zusätzliche Sicherungsseile zur Montage.
Ob Hausratversicherung oder Privathaftpflicht greift, hängt vom Vertragstext ab. Welche Police welchen Schaden abdeckt, erklärt der Beitrag Balkonkraftwerk versichern: Welche Police greift wann?.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich, wenn tagsüber viel Überschuss entsteht und der Haushalt abends eine hohe Grundlast hat. Der Speicher verschiebt Mittagsstrom in die Abendstunden. Er erhöht den Eigenverbrauch, verlängert aber die Amortisationszeit, weil er meist mehr kostet als das Balkonkraftwerk selbst.
Ein Balkonkraftwerk-Speicher ist eine kleine Lithium-Batterie, die zwischen Modulen und Wechselrichter oder hinter dem Wechselrichter sitzt. Die Speicher speisen auch abends maximal 800 VA in den Hausstromkreis ein. Im Marktstammdatenregister wird der Speicher mit seiner Kapazität angegeben.
Die Rechnung ist einfach: Ein Haushalt mit 150 Watt Grundlast verbraucht zwischen 18 und 8 Uhr rund 2,1 kWh. Mehr Speicherkapazität bleibt in dieser Zeit ungenutzt. Wie sich große Heimspeicher an Dachanlagen rechnen, zeigt der Beitrag Stromspeicher für die PV-Anlage: Arten, Kosten, Größe und Nutzen im Überblick.
Wie viele Balkonkraftwerke gibt es in den einzelnen Bundesländern?
In Deutschland sind 1.516.018 Balkonkraftwerke in Betrieb, das sind 18,1 je 1.000 Einwohner. Niedersachsen liegt mit 24,1 je 1.000 Einwohner vorn, Hamburg mit 6,4 hinten. Fast jede vierte Solaranlage in Deutschland ist ein Balkonkraftwerk.
Eigene Auswertung: Balkonkraftwerke je Bundesland
Die Tabelle ist eine eigene Auswertung von photovoltaikfirma-finden.de auf Basis des Marktstammdatenregisters (Gesamtdatenexport 28.09.2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0). Gezählt sind Einheiten in Betrieb. Die Einwohnerzahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis). Sortiert ist nach Balkonkraftwerken je 1.000 Einwohner.
| Bundesland | Balkonkraftwerke | je 1.000 Einwohner | Solaranlagen gesamt | Anteil Balkonkraftwerke |
|---|---|---|---|---|
| Niedersachsen | 192.672 | 24,1 | 721.895 | 26,7 % |
| Rheinland-Pfalz | 93.723 | 22,7 | 378.201 | 24,8 % |
| Brandenburg | 54.817 | 21,5 | 192.651 | 28,5 % |
| Schleswig-Holstein | 62.691 | 21,2 | 216.398 | 29,0 % |
| Saarland | 20.833 | 20,6 | 76.985 | 27,1 % |
| Sachsen-Anhalt | 43.194 | 20,2 | 146.614 | 29,5 % |
| Sachsen | 79.496 | 19,7 | 229.457 | 34,6 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 30.845 | 19,6 | 95.895 | 32,2 % |
| Thüringen | 40.995 | 19,5 | 136.164 | 30,1 % |
| Baden-Württemberg | 204.038 | 18,2 | 1.015.096 | 20,1 % |
| Hessen | 112.632 | 17,9 | 426.017 | 26,4 % |
| Bayern | 230.770 | 17,4 | 1.424.377 | 16,2 % |
| Nordrhein-Westfalen | 302.165 | 16,8 | 1.177.949 | 25,7 % |
| Bremen | 8.163 | 11,6 | 18.944 | 43,1 % |
| Berlin | 27.104 | 7,4 | 64.142 | 42,3 % |
| Hamburg | 11.880 | 6,4 | 32.933 | 36,1 % |
| Deutschland | 1.516.018 | 18,1 | 6.353.718 | 23,9 % |
Drei Muster fallen in der Auswertung auf:
- Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg haben mit 24,1, 22,7 und 21,5 Geräten je 1.000 Einwohner die höchste Dichte.
- Nordrhein-Westfalen hat mit 302.165 Geräten die meisten Balkonkraftwerke absolut, liegt bei der Dichte mit 16,8 aber unter dem Bundesschnitt.
- Berlin, Hamburg und Bremen haben die niedrigste Dichte, aber den höchsten Anteil an allen Solaranlagen: In Bremen sind 43,1 % aller Solaranlagen Balkonkraftwerke, in Bayern nur 16,2 %.
Der hohe Anteil in den Stadtstaaten erklärt sich aus der Wohnform. In Mehrfamilienhäusern fehlt den meisten Haushalten ein eigenes Dach, das Balkonkraftwerk ist dort oft die einzige Solaranlage, die ein Haushalt selbst betreiben kann. In Bayern ist es umgekehrt: Viele Eigenheime tragen eine Dachanlage, deshalb machen Balkonkraftwerke dort nur jede sechste Solaranlage aus. Die Datenbasis zur Methodik beschreibt die Seite Methodik des Photovoltaik-Firmenverzeichnisses.
Wann ist eine PV-Anlage auf dem Dach die bessere Wahl?
Eine PV-Anlage auf dem Dach ist die bessere Wahl, wenn ein eigenes Dach zur Verfügung steht und der Haushalt mehr als die Grundlast decken will. Eine 8-kWp-Anlage in Mitteldeutschland bringt laut PV-Rechner rund 1.070 Euro Vorteil pro Jahr, ein Balkonkraftwerk rund 200 Euro.
Das Rechner-Modell von photovoltaikfirma-finden.de ergibt für 8 kWp, 4.500 kWh Jahresverbrauch, Südausrichtung ohne Speicher: 7.600 kWh Ertrag, 22 % Eigenverbrauch und 37 % Autarkie. Das Balkonkraftwerk deckt bei gleichem Verbrauch mit 543 kWh rund 12 % des Jahresverbrauchs. Die Dachanlage erhält für den eingespeisten Überschuss zudem 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung (Inbetriebnahme 01.08.2026 bis 31.01.2027, Bundesnetzagentur).
Die Dachanlage kostet dafür ein Vielfaches und braucht einen Fachbetrieb für Planung, Montage und Netzanschluss. Was Anlagen nach Größe kosten, zeigt der Beitrag Photovoltaik-Kosten 2026: Was eine PV-Anlage pro kWp, mit Speicher und nach Größe kostet. Regionale Fachbetriebe finden Sie im Verzeichnis Photovoltaik-Firma finden, Elektrobetriebe für die Energiesteckvorrichtung unter Elektriker mit Photovoltaik-Angebot. Mehrere Angebote für eine Dachanlage holen Sie über Photovoltaik-Angebote vergleichen ein.
💬 Meine Einschätzung
Die gängige Annahme lautet: Balkonkraftwerke sind ein Großstadt-Phänomen. Die eigene Auswertung des Marktstammdatenregisters zeigt das Gegenteil. Die höchste Dichte haben Flächenländer wie Niedersachsen mit 24,1 und Rheinland-Pfalz mit 22,7 Geräten je 1.000 Einwohner, während Berlin auf 7,4 und Hamburg auf 6,4 kommen. In den Städten ist das Balkonkraftwerk dafür häufiger die einzige Solaranlage. Für die Entscheidung heißt das: Wer ein eigenes Dach hat, prüft zuerst die Dachanlage und nutzt das Balkonkraftwerk als Einstieg oder Ergänzung an Garage und Gartenhaus. Wer zur Miete wohnt, hat mit dem Balkonkraftwerk seit Oktober 2024 einen rechtlich abgesicherten Weg zu eigenem Solarstrom.
- Grenzen: 800 VA Wechselrichter, 960 Watt Module am Schukostecker, 2.000 Watt an der Energiesteckvorrichtung
- Anmeldung nur im Marktstammdatenregister, innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
- Ertrag von 800 Watt Modulleistung: rund 560 bis 840 kWh pro Jahr, Ersparnis rund 148 bis 222 Euro
- Investition rund 300 bis 500 Euro, Amortisation nach eigener Rechnung in 1,5 bis 3,5 Jahren
- 1.516.018 Balkonkraftwerke in Betrieb, 23,9 % aller Solaranlagen in Deutschland
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Häufige Fragen zu Balkonkraftwerken
Brauche ich für ein Balkonkraftwerk einen Elektriker?
Für ein Balkonkraftwerk mit Schukostecker brauchen Sie keinen Elektriker, solange die Steckdose in einem intakten Stromkreis liegt. Eine Elektrofachkraft ist nötig, wenn Sie eine Energiesteckvorrichtung für bis zu 2.000 Watt Modulleistung setzen lassen oder die Hausinstallation alt oder unklar ist.
Wie viele Module darf ein Balkonkraftwerk haben?
Die Zahl der Module ist nicht begrenzt, nur die Leistung. Am Schukostecker sind bis zu 960 Watt erlaubt, das sind zwei Module mit je 480 Watt. An der Energiesteckvorrichtung sind bis zu 2.000 Watt zulässig, der Wechselrichter speist aber höchstens 800 VA ein.
Bekomme ich für ein Balkonkraftwerk eine Einspeisevergütung?
Ein Balkonkraftwerk speist den Überschuss in der Regel ohne Vergütung ein. Die Wirtschaftlichkeit entsteht durch den selbst genutzten Strom, der bei 37,0 ct/kWh Haushaltsstrompreis Netzbezug ersetzt.
Darf der alte Stromzähler rückwärts laufen?
Ein alter Ferraris-Zähler darf übergangsweise weiterlaufen, bis der Messstellenbetreiber ihn tauscht. Die Registrierung im Marktstammdatenregister löst den Tausch aus. Einen Antrag beim Netzbetreiber müssen Sie dafür nicht stellen.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Regeln stammen aus Gesetz, Norm und Verbraucherschutz-Veröffentlichungen. Die Ertrags- und Bundesländer-Werte sind eine eigene Auswertung von photovoltaikfirma-finden.de.
- Neue Norm für Balkonkraftwerke bringt Klarheit · verbraucherzentrale-niedersachsen.de · Pressemitteilung vom 29.01.2026 zu DIN VDE V 0126-95 (gültig seit 01.12.2025).
- Steckersolar: Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose · verbraucherzentrale.de · Kosten, Ertrag, Zähler und Registrierung, Stand 24.07.2026.
- Marktstammdatenregister · marktstammdatenregister.de · Registrierung von Steckersolargeräten; Gesamtdatenexport vom 28.09.2026 als Basis der eigenen Auswertung (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0).
- § 8 Erneuerbare-Energien-Gesetz · gesetze-im-internet.de · Abs. 5a zu Steckersolargeräten, Fassung nach Solarpaket I vom 16.05.2024.
- § 554 Bürgerliches Gesetzbuch und § 20 Wohnungseigentumsgesetz · gesetze-im-internet.de · Steckersolargeräte als privilegierte Maßnahme seit 17.10.2024.
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026 · bdew.de · Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh, veröffentlicht am 21.08.2026.
- EEG-Förderung und -Fördersätze · bundesnetzagentur.de · Einspeisevergütung 7,70 ct/kWh für Inbetriebnahmen vom 01.08.2026 bis 31.01.2027.




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