Lexikon · Wirtschaft und Recht
Überschusseinspeisung
In einem Satz
Überschusseinspeisung bezeichnet den Betriebsmodus, bei dem Sie erzeugten Solarstrom zuerst selbst verbrauchen und nur den nicht benötigten Rest ins öffentliche Netz einspeisen, wofür Sie die gesetzliche Vergütung erhalten.
Die Grundlagen
Bei der Überschusseinspeisung entscheidet der Momentanverbrauch über den Stromweg. Solange im Haus Strom gebraucht wird, versorgen die Module zuerst die laufenden Geräte. Reicht die Erzeugung nicht, kommt der Rest aus dem Netz, übersteigt sie den Bedarf, fließt der Überschuss zum Netzbetreiber. Ein Zweirichtungszähler oder ein Zählerpaar erfasst beide Richtungen getrennt. Aus diesen Messwerten ergeben sich Ihre Rechnung für den Bezug und die Vergütung für die Einspeisung. Ein Speicher verändert das Bild, weil er den Überschuss zunächst aufnimmt und erst danach der Rest eingespeist wird.
Die wichtigen Unterschiede
Der Modus eignet sich für Haushalte, die einen relevanten Teil ihres Stroms selbst nutzen können. Je höher der Eigenverbrauch, desto weniger fließt in die Einspeisung und desto stärker wirkt der Preisunterschied zwischen Strombezug und Vergütung zu Ihren Gunsten. Die Höhe der Vergütung für den eingespeisten Anteil legt das Gesetz fest, aktuelle Werte stehen bei der Bundesnetzagentur. Für den Betrieb gelten Meldepflichten gegenüber Netzbetreiber und Register. Eine spätere Umstellung auf eine andere Einspeiseart ist nur nach den gesetzlichen Vorgaben und Fristen möglich.
Was oft verwechselt wird
Häufig glauben Betreiber, Überschusseinspeisung heiße, der Netzbetreiber kaufe alles, was nicht verbraucht wird, ohne Grenzen. Tatsächlich kann der Netzbetreiber bei Engpässen die Einspeisung begrenzen, und für manche Anlagen gelten Vorgaben zur Steuerbarkeit oder zur Begrenzung der Einspeiseleistung. Ein weiteres Missverständnis: Nur weil Sie einspeisen, sind Sie nicht automatisch Unternehmer im steuerlichen Sinn, aber die Frage stellt sich. Die steuerliche Einordnung gehört zu einem Steuerberater. Auch die Wahl zwischen Überschuss- und Volleinspeisung sollte bewusst und mit Rechnung getroffen werden.
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Fragen und Antworten
Was passiert mit nicht genutztem Solarstrom?
Er fließt ins öffentliche Netz, sofern kein Speicher ihn aufnimmt. Der Netzbetreiber vergütet die eingespeiste Menge nach dem gesetzlichen Satz, sofern die Anlage ordnungsgemäß angemeldet ist.
Kann ich später von Überschuss auf Volleinspeisung wechseln?
Das ist nach den gesetzlichen Vorgaben zu bestimmten Zeitpunkten möglich, die Regeln dafür ändern sich aber. Fragen Sie dazu den Netzbetreiber oder informieren Sie sich bei der Bundesnetzagentur, bevor Sie Verträge abschließen.
Brauche ich für die Überschusseinspeisung einen besonderen Zähler?
Erforderlich ist ein Zähler, der Bezug und Einspeisung getrennt erfasst. Häufig ist das ein Zweirichtungszähler. Den Einbau und Tausch übernimmt in der Regel der Messstellenbetreiber, mit dem der Elektrofachbetrieb den Ablauf abstimmt.
Lohnt sich Überschusseinspeisung ohne Speicher?
Oft ja, wenn tagsüber genug Verbrauch anfällt. Wie stark, zeigt eine Rechnung mit Ihrem Lastprofil. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, verursacht aber Mehrkosten, die sich erst über die Jahre auszahlen müssen.
Verwandte Begriffe
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